Wärmendes Tripa-Prinzip

Im Tibetischen bedeutet Tripa Galle, womit nicht nur der Gallensaft, sondern ganz allgemein die „Verdauungsenergie“ gemeint ist. Tripa wird durch das Element Feuer geprägt, ist heiss und trocken und regelt die Verbrennungsvorgänge im Körper. Der Tripa-Typ bezieht seine Hauptenergie aus der Leber. Bei einem Ungleichgewicht der Tripa-Energie können Schwierigkeiten mit der Galle auftreten.

Die Tibetische Konstitutionslehre sieht Aggression, Zorn und Hass als geistige Ursache für einen Anstieg der Tripa-Energie.

Tripa symbolisiert das Feuerprinzip im Körper. Alles, was Hitze braucht, um zu funktionieren, wird dieser Energie zugeordnet. Die Verbrennungsvorgänge innerhalb des Stoffwechsels und die gesamte Verdauung – von der Aufnahme der Nährstoffe über ihre Verarbeitung bis hin zur Ausscheidung.

Tripa sorgt für Hunger und Durst sowie für die Aufrechterhaltung unserer Körpertemperatur. Tripa verleiht einem Menschen auch inneres Feuer – also Temperament, Mut und eine vitale Ausstrahlung. Es steht für Wille, Durchsetzungskraft und Intellekt. Im harmonischen Zustand sorgt Feuer für Wohlbefinden, der negative Aspekt ist Reizbarkeit. Seinen Körpersitz hat Tripa im Bereich des Oberbauchs, zwischen Nabel und Zwerchfell.

Tripa ist verbunden mit den Organen

  • Leber
  • Verdauungsdrüsen (Galle, Bauchspeicheldrüse)
  • Dünndarm

Ist zu viel Tripa vorhanden, zeigt sich das durch Hitzeempfinden, Entzündungen, starkes Hunger- oder Durstgefühl, Hautunreinheiten, cholerisches Verhalten, Ungeduld, oft verbunden mit ansteigendem Blutdruck, Fehlsichtigkeit, frühzeitiges Ergrauen der Haare oder Haarverlust. Alle „heissen“ Krankheiten haben mit einem Ungleichgewicht der Hitze-Energie zu tun. Sie betreffen vor allem:

  • das Blut (Fieber gilt als Blutkrankheit)
  • den Schweiss
  • die Augen
  • die Haut (Entzündungen)
  • die Leber und Gallenblase
  • den Magen
  • den oberen Teil des Dünndarms
  • den Übergang zwischen Magen und Dünndarm

Tripa wird verstärkt durch

  • trockenes und heisses Wetter
  • Hitze
  • übermässige sportliche Aktivitäten (Ausdauersport)
  • starken Alkohol
  • zu scharfes und fettiges Essen

Ein Übermass an feurigem Tripa wird durch die kühlenden Elemente Wasser und Erde (Beken) ausgeglichen.  Damit der Tripa-Typ ins Gleichgewicht kommt, empfiehlt es sich „abzukühlen“ und sich zu entspannen. Um die Tripa-Energie wieder ins Gleichgewicht zu bringen empfehlen sich Nahrungsmittel und Pflanzen mit süssem, bitteren und herben Geschmack. Hingegen sind sauer, salzig und scharf zu meiden.