Stabilisierendes Beken-Prinzip

Beken wird vom Tibetischen mit Schlamm oder Schleim übersetzt. Es setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen. Beken symbolisiert das Flüssige, aber auch Stabilität und Gewicht. Es reguliert alle feuchten Elemente des Körpers, wie Sekrete, Lymphe, die Durchfeuchtung der Organe, die Elastizität des Gewebes, die Gleitfähigkeit der Gelenke, ebenso die Schleimhäute der Atemorgane und des Darms. Wie das Lung ist auch Beken kalt.

Neben dem Körperlichen gehört zur Beken-Energie auch die Stabilität des Geistes. Beken verhilft zu einem guten Gedächtnis und charakterlicher Standhaftigkeit, braucht aber viel Ruhe und ausreichend Schlaf. In Harmonie sorgt Beken für körperlichen und geistigen Frieden. In disharmonischem Zustand entsteht der negative Beken-Aspekt: Trägheit und Schwere. Der Sitz von Beken wird im oberen Teil des Körpers lokalisiert, zwischen Brust und Kopf.

Beken ist verbunden mit den Organen

  • Milz
  • Magen
  • Nieren und Harnblase
  • Geschlechtsorgane
  • Rückenmark
  • Gehirn

Als geistige Ursache für einen Anstieg der Beken-Energie wird Ignoranz und Apathie in der Tibetischen Konstitutionslehre beschrieben. Bei einem Übermass an Beken-Energie wird der Mensch träge, lethargisch und schwer(fällig). Zu viel Flüssigkeit sickert nach unten und belastet das Gewebe, so dass es z.B. zu chronisch verstopften Nebenhöhlen, verschleimten Bronchien und Wasseransammlungen, vor allem in den Beinen, kommt. Wo zu viel Schleim keinen Ausgang findet, können Infektionen leichter ausbrechen und Entzündungen auftreten. Auch Verstopfung, Energielosigkeit bis hin zur Müdigkeit, Auslenkungen im Stoffwechsel (wie etwa Zucker, Cholesterin) und Übergewicht sind mitunter zu beobachten. Beken-Krankheiten betreffen häufig:

  • die Lungen und Bronchien
  • den Rachen und den Kopf
  • die Nase und Zunge
  • die Muskulatur
  • das Fettgewebe
  • das Knochenmark
  • den Magen, Nieren und Harnblase
  • den Wasserhaushalt (Lymphe, Schleimhäute)
  • Stuhl und Urin, Samen und Eizellen

Beken wird verstärkt durch

  • feuchtes und schwüles Wetter
  • kälte
  • lange sitzende Tätigkeiten (Fernsehen, Büroarbeit)
  • süsse und reichhaltige Nahrung

Ein Ungleichgewicht der Beken-Energie wird durch die Elemente Feuer (Tripa) und Wind (Lung) ausgeglichen. Der schwere „Schleim“ soll dadurch wieder in Bewegung kommen und das gespeicherte Wasser soll „ausgetrocknet“ werden.

Die Geschmacksrichtungen sauer, scharf und herb tun der Beken-Energie gut. Hingegen sind Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter mit süssem Geschmack zu reduzieren oder z.B. bei Übergewicht ganz zu meiden.